STILLGELEGTE ATOMWAFFENLAGER
Gemäß ihrer Strategie der „massiven Vergeltung“ begannen die USA in den 60er-Jahren, Tausende von Atomwaffen in Westdeutschland einzulagern.

Auf dem Höhepunkt der atomaren Aufrüstung Mitte der 80er-Jahre lagerten 7.300 US-Atomwaffen in Europa, ergänzt um Atomsprengköpfe aus Großbritannien und Frankreich. Auf dem Territorium der Bundesrepublik wurden dafür 130 spezielle Depots angelegt. Ab 1988 begannen die Amerikaner die überholten Nike Hercules-Flugabwehrraketen durch neue Patriot-Raketen zu ersetzen. Im Zuge dessen wurden einige Atomwaffenlager stillgelegt und verrotten seither versteckt in deutschen Wäldern. Mit Hilfe von Militäratlanten und der Jahrbücher der Friedensbewegung konnte ich mehrere dieser Lager ausfindig machen und unbemerkt fotografieren.

Ein Teil der Sprengköpfe lagerte in deutschen, belgischen und britischen Stützpunkten. Sie wurden durch Zäune besonders geschützt, separat bewacht und auch separat verwaltet, denn die Verfügungsgewalt über die Waffen war den Amerikanern vorbehalten.

Im März 2010 forderte der Bundestag die Bundesregierung mit großer Mehrheit auf, sich gegenüber den amerikanischen Verbündeten nachdrücklich für den Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland einzusetzen.

Zurzeit gilt der Fliegerhorst Büchel als letzter Standort für Atomwaffen in Deutschland.